Adelina Virga (*1967, Ploiești) entwickelt ihre künstlerische Praxis aus der Erfahrung politischer Unfreiheit. Aufgewachsen während der Diktatur Nicolae Ceaușescus, prägten Überwachung, Zensur und autoritäre Strukturen ihre Jugend nachhaltig. Auch der Tod ihres Vaters ist eng mit diesem politischen Kontext verbunden und schrieb sich tief in ihre Biografie ein.
Das Elternhaus bildete zugleich einen intellektuellen Gegenraum, in dem Kunst, Philosophie und Musik als Formen des freien Denkens gepflegt wurden. Früh begann Virga, sich mit künstlerischen Positionen auseinanderzusetzen und eigene Arbeiten zu entwickeln. Eine prägende Rolle spielte die Begegnung mit Geta Brătescu, die sie nachhaltig beeinflusste.
Nach der politischen Wende emigrierte Virga nach Deutschland, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Trotz sprachlicher und kultureller Herausforderungen setzte sie ihre künstlerische Arbeit fort. Ihre Werke tragen die Auseinandersetzung mit Machtstrukturen, Freiheit und individueller Selbstbestimmung nach Außen und übersetzen biografische Erfahrungen in eine konzeptuelle, geometrisch geprägte Bildsprache.
Dr. Isabelle von Marschall
Kunsthistorikerin
Freie Kuratorin und Autorin